Optout für Google Analytics und Facebook-Pixel mit dem Google Tag Manager

Die DSGVO hält uns alle in Atem. Ein Optout für Google Analytics und Facebook-Pixel sollte spätestens bis zum 25.05.2018 realisiert sein, um den Besuchern die Möglichkeit zu geben das Tracking abzuschalten. Es gibt eine wachsende Zahl an Möglichkeiten, wie man ein Opt-Out für Google Analytics und den Facebook-Pixel mit dem Google Tag Manager realisieren kann. Speziell für Google Analytics gibt es auch für WordPress div. Plugins, um ein Optout anzubieten.

In diesem Artikel möchten wir Ihnen ein schlankes und einfaches Vorgehen für ein Optout mit dem Google Tag Manager vorstellen. Besondere Herausforderung war in diesem Fall das Optout in einem Popup anzuzeigen, damit der Nutzer die ausgewählte Seite nicht verlassen muss – das ist bei einem Webshop oder einer Landingpage ungünstig.

Disclaimer: Diese Lösung ist nur ein Anwendungsvorschlag und keine rechtlich geprüfte Lösung. Bitte setzen Sie sich für eine DSGVO konforme Umsetzung mit Ihrem Rechtsanwalt oder Datenschutzbeauftragten in Verbindung.

Christian Penseler beschreibt in seinem Blog, wie man mit dem Google Tag Manager und etwas Javascript ein Optout für Google Analytics und den Facebook-Pixel erstellt. Wir haben eine Vielzahl an Möglichkeiten geprüft und uns dann für seine Variante entschieden.

So richten Sie das Opt-Out für Google Analytics und den Facebook-Pixel im Google Tag Manager ein

Um unsere Lösung umzusetzen benötigt man folgende Dinge:

  1. Eine WordPress-Installation
  2. Den Link zum Artikel von Christian Penseler, um den Code zu erhalten
  3. Einen eingerichteten Google Tag Manager (es gibt eine Vielzahl von guten Videos, wie man diesen einrichtet)
  4. Google Analytics
  5. Facebook-Pixel
  6. Das WordPress Plugin Popup-Maker
  7. Das WordPress Plugin Cookie Bar

Wir setzen Kenntnisse zum Google Tag Manager, Google Analytics, dem Facebook-Pixel und WordPress voraus.

Schritt 1:

Installieren Sie das Plugin Popup Maker über den Menüpunkt Plugins/Installieren im Dashboard. Geben Sie in der Suche den Pluginnamen ein und aktivieren Sie es nach der Installation.

popup-maker

Schritt 2:

Installieren Sie das Plugin Cookie Bar über den Menüpunkt Plugins/Installieren im Dashboard. Geben Sie in der Suche den Pluginnamen ein und aktivieren Sie es nach der Installation.

cookie-bar

Schritt 3:

a. Klicken Sie auf Einstellungen/Cookie Bar in der Seitennavigation Ihres Dashboards und tragen Sie einen Text mit den folgenden integrierten Links ein (Code/Text markieren und kopieren – Sie können Text und Links nach Wunsch anpassen.):

Erklärung: class=”popmake-optout” ruft das Popup auf, das wir noch erstellen.

Wir verwenden Cookies, um das Besucherverhalten und unsere Werbung besser nachvollziehen zu können. Sie können dieses hier abschalten: <a class=”popmake-optout”>Cookies verwalten</a> | <a href=”https://www.IhreDomain.de/datenschutz/”>Zum Datenschutz</a>

b. Wählen Sie den Button-Text aus

c. Wählen Sie die Buttonfarbe aus

d. Speichern Sie Ihre Einträge ab

cookie-bar-settings

Schritt 4:

Klicken Sie auf Popup Maker/Add Popup und erstellen Sie ein neues Popup mit dem Namen Optout.

popup 1

create popup

Bitte beachten Sie, dass wir hier im Beispiel mit dem Divi-Builder arbeiten. Ohne dem Divi-Builder sehen Sie den WordPress-Editor.

Schritt 5:

Tragen Sie den folgenden Code für die Optout-Abfrage ein. Verwenden Sie im WordPress-Editor dafür die Text-Ansicht!

<h1 style=”color: #000; font-weight: bold; text-transform: uppercase;”>Cookie-Verwaltung</h1>

<script>
if (localStorage.getItem(‘optout’)) {
document.write(‘<span> deaktiviert. </span><button class=”optout-btn” onclick=”deleteOptOut()”>Jetzt aktivieren</button>’);
} else {
document.write(‘<span> aktiviert. </span><button class=”optout-btn” onclick=”setOptOut()”>Jetzt deaktivieren</button>’);
}
function setOptOut() {
localStorage.setItem(‘optout’, ‘true’);
euSetCookie(‘euCookiesAcc’, true, 365);
jQuery(“#eu-cookie-bar”).hide();
jQuery(“html”).css(“margin-top”,”0″);
window.location.reload(false);
}
function deleteOptOut() {
localStorage.removeItem(‘optout’);
euSetCookie(‘euCookiesAcc’, true, 365);
jQuery(“#eu-cookie-bar”).hide();
jQuery(“html”).css(“margin-top”,”0″);
window.location.reload(false);
}
</script>

<p>Damit deaktivieren Sie sowohl das Google-Analytics- als auch das Facebook-Tracking für diese Website.</p>
<p>Hinweis: Diese Einstellung bleibt auch für alle folgenden Besuche bestehen. Allerdings müssen Sie es leider in jedem Browser und jedem Gerät neu vornehmen oder sobald Sie Ihren Browser-Cache löschen.</p>

Erklärung:

euSetCookie(‘euCookiesAcc’, true, 365);
jQuery(“#eu-cookie-bar”).hide();
jQuery(“html”).css(“margin-top”,”0″);

Sie sehen, dass 3 weitere Zeilen im Code von Christian Penseler eingetragen wurden. Diese benötigen wir, um den Cookie-Hinweis nach dem Bestätigen automatisch zu schließen.

Speichern Sie Ihre Eingabe.

Schritt 6:

Stylen Sie das Popup nach Wahl

custom-popup

Schritt 7:

Wenn Sie das Optout auch auf der Datenschutz-Seite präsentieren wollen, öffnen Sie Ihre Datenschutz-Seite und fügen Sie den Code aus Schritt 5 ein.

Tragen Sie den folgenden Code für die Optout-Abfrage ein. Verwenden Sie im WordPress-Editor dafür die Text-Ansicht!

Der Code:

Das Webtracking auf dieser Seite ist:
<script>
if (localStorage.getItem(‘optout’)) {
document.write(‘<span> deaktiviert. </span><button onclick=”deleteOptOut()”>Jetzt aktivieren</button>’);
} else {
document.write(‘<span> aktiviert. </span><button onclick=”setOptOut()”>Jetzt deaktivieren</button>’);
}
function setOptOut() {
localStorage.setItem(‘optout’, ‘true’);
window.location.reload(false);
}
function deleteOptOut() {
localStorage.removeItem(‘optout’);
window.location.reload(false);
}
</script>

Speichern Sie Ihre Eingabe.

Kopieren Sie den Code vor den Datenschutztext!

Fügen Sie am Anfang ein “<span>” mit der ID “optout-ga-fb” in die Zeile ein und schließen Sie das “</span>” wie im Beispiel:

<span id=”optout-ga-fb”>Das Webtracking auf dieser Seite ist:</span>

Schritt 8:

Fügen Sie im Text für Google Analytics und den Facebook-Pixel einen Link für das Optout ein:

Google Analytics:

Widerspruch gegen Datenerfassung

Sie können die Erfassung Ihrer Daten durch Google Analytics verhindern, indem Sie auf folgenden Link klicken. Es wird ein Opt-Out-Cookie gesetzt, der die Erfassung Ihrer Daten bei zukünftigen Besuchen dieser Website verhindert: Google Analytics deaktivieren.

Quellcode für den Link:

<a href=”#optout-ga-fb”>Google Analytics deaktivieren</a>

Facebook-Pixel:

Wenn Sie kein Facebook Konto besitzen, können Sie nutzungsbasierte Werbung von Facebook auf der Website der European Interactive Digital Advertising Alliance deaktivieren: http://www.youronlinechoices.com/de/praferenzmanagement/.
Facebook-Pixel auf dieser Seite deaktivieren

Quellcode für den Link:

<a href=”#optout-ga-fb”>Facebook-Pixel auf dieser Seite deaktivieren</a>

Ihre Besucher werden durch Klicken des jew. Links wieder nach oben zum Optout geführt.

Schritt 9:

Nun ist auf der Seite alles vorbereitet. Gehen Sie jetzt zum Tagmanager und öffnen Sie die Container-Ansicht: https://tagmanager.google.com/

Klicken Sie dann auf Variablen.

Erstellen Sie dann durch einen Klick auf “Neu” eine neue Variable.

Geben Sie der Variable einen Namen und klicken Sie dann in die Mitte “Variable konfigurieren”

Wählen Sie jetzt Benutzerdefiniertes Javascript aus und kopieren Sie den folgenden Code und fügen Sie in ein.

function() {
return localStorage.getItem(‘optout’)
}

Und dann oben rechts auf “Speichern” klicken.

Schritt 10:

Klicken Sie auf “Trigger”

Klicken Sie dann auf “Neu”. Geben Sie dem Trigger einen Namen und klicken Sie wieder in die Mitte der “Triggerkonfiguration”.

Wählen Sie dann “Seitenaufruf”

Wählen Sie jetzt “Einige Seitenaufrufe” aus und geben Sie die Daten entsprechend der kleinen Boxen aus dem unteren Beispiel ein und klicken Sie dann oben rechts auf “Speichern”.

Erklärung:

Opt-Out wählen Sie aus dem Menü aus. Es ist Ihre Variable. Dann wählen Sie “enthält nicht” und geben dann “true” ein.

So sollte die Ansicht des Triggers danach aussehen.

Schritt 11:

Klicken Sie jetzt auf Tags.

Sie sehen jetzt den Eintrag von Google Analytics (bitte nicht wundern! Der Facebook-Pixel ist noch nicht vorhanden!) Jetzt müssen wir den Trigger anpassen, damit das Optout auch funktioniert.

Klicken Sie auf den Link “Google Analytics” und gehen Sie mit der Maus nach unten rechts – Abschnitt Trigger. Es zeigt sich ein kleiner Stift beim darüberfahren. Klicken Sie darauf und es erscheint ein Plus- und Minuszeichen. Klicken Sie auf “-” und löschen Sie damit den Trigger “All-Pages”.

Klicken Sie wieder in den Kreis im Trigger-Abschnitt und wählen Sie den Trigger Opt-Out aus.

Speichern Sie Ihre Auswahl wieder ab. Nun sollte statt All-Pages Opt-Out im Tag angezeigt werden.

Damit haben Sie bereits Google Analytics mit einer Opt-Out-Funktion versehen.

Schritt 12:

Um diese zu aktivieren müssen Sie Ihre Änderung senden. Klicken Sie dazu oben rechts auf den Button “Senden”.

Voilá. Sie haben nun alle Einstellungen für Google-Analytics vorgenommen. Löschen Sie Ihren Cache und alle Cookies im Browser. Am besten mit dem Add-On History Eraser (gibt es für fast alle Browser) und testen Sie Ihre Arbeit mit dem Browser-Addon Ghostery. Am Ende des Artikels werden zwei Bilder gezeigt, wie der Ghoster das Ergebnis anzeigt.

Schritt 13:

Installation des Facebook-Pixels. Gehen Sie dafür in den Business-Manager von Facebook, legen Sie einen neuen Pixel an und verbinden Sie diesen automatisch mit dem Google Tag Manager.

Im Google Tag Manager sehen Sie dann unter den Tags weitere Einträge.

In diesem Fall wurden bereits folgende Schritte unternommen:

  1. Facebook Pixel und Events wurden bereits umbenannt (ist einfacher zuzuordnen)
  2. Die Trigger wurden statt “All-Pages” mit dem Trigger Opt-Out versehen. (Siehe Schritt 11)

So sollte das auf keinen Fall aussehen (roter Pfeil – grün ok):

Schritt 14:

So kann eine weitere Auswahl von Triggern aussehen, die bestimmte Events abfragen. Beachten Sie, dass dazu i.d.R auch Variablen erstellt werden.

Und nun ein ganz wichtiger Hinweis:

Jeder Trigger muss die Abfrage auf das Optout enthalten. Trigger werden meist manuell erstellt, wenn man gewisse Zustände extra abfragen will. Besonders oft werden diese genutzt, wenn man Google Adwords oder weitere Events in Google Analytics tracken will.

In jedem Trigger muss das Optout abgefragt werden. Egal wie komplex diese sind. Dazu ein Beispiel:

Herzlichen Glückwunsch. Nun sollte Ihr Optout für den Google Tag Manager funktionieren. Google-Analytics und der Facebook-Pixel erhalten somit ein Optout mit einem Klick. Selbstverständlich können Sie noch weitere Funktionen einbauen. Z.B. das Tracking für Twitter, Vimeo oder Youtube. Bitte denken Sie daran den Triggern und den Tags das Optout (Schritt 11) zuzuweisen.

Wie versprochen noch eine kleine Ansicht wie Ghostery die Daten anzeigt.

Ohne Optout:

Mit Optout:

In diesem Fall ist das Twitter-Tracking noch nicht im Google Tag Manager berücksichtigt. Google Analytics und der Facebook-Pixel sind komplett ausgeblendet. Der Google Tag Manager ist zwar zu sehen, sendet jedoch keine Daten, da die ID nicht übergeben wird.

Schlussworte:

Wir hoffen, dass Ihnen die Anleitung geholfen hat. Denken Sie daran, dass der Cookie-Hinweis mit der Optout-Funktion  im Moment noch in einer Übergangsphase ist und mit der ePrivacy-Verordnung 2019 sicherlich wieder angepasst werden muss. Das jetzt erstellte Optout ist lediglich dazu gedacht der DSGVO ein Stück entgegen zu kommen, um Google Analytics und den Facebook-Pixel nutzen zu können.

Falls Sie den erweiterten Abgleich für den Facebook-Pixel nutzen, ist diese Lösung in dieser Form nicht geeignet. Sie müssen das Opt-Out dann gleich zur Ladezeit der Seite anzeigen und durch ein Optin vom Besucher bestätigen lassen. Erst dann können Sie Audiences erstellen.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei der Umsetzung. Fragen beantworten wir nur noch in unserer Facebook-Gruppe.

Alles Gute,

Ihr Alvaro Moreno

Seit 30 Jahren berate und schule ich Unternehmen im Vertrieb. Technik ist meine Leidenschaft und ich liebe die Herausforderung diese gezielt für die Automation in der Kundengewinnung einzusetzen. Dabei schöpfe ich aus meiner Erfahrung und der Kompetenz etablierter Partner.

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